Ausbildung allgemein
Kinder und Jugendliche in unseren Gruppen sollen zunehmend eigenständig entscheiden und handeln können. Aus Erlebnissen und Erfahrungen soll ein Gewinn an Kenntnissen, Fertigkeiten und Lebenseinstellungen erwachsen. Die zwei Leitsätze von Baden-Powell "learning by doing" und "look at the boy/girl" sind in der DPSG von großer Bedeutung. Um Kinder und Jugendliche auf diesem Weg zu begleiten, bedarf es kompetenter junger Erwachsener als Leitungskräfte. Diese bringen für die Tätigkeit als Leiterin oder Leiter Erfahrungen, Fähigkeiten und Vorlieben mit. Darüber hinaus bietet die DPSG verschiedene Möglichkeiten der Ausbildung.
Der Stamm
Für alle die, die nicht erst später in das Pfadfinden einsteigen, ist das eigene Erleben im Stamm sicher eine der bereicherndsten Grundlagen für die Ausbildung. Ebenso lernen junge Leiterinnen und Leiter an den Vorbildern der "Erfahrenen" und im eigenen Ausprobieren.
Vor allem beim Einstieg neuer Leiterinnen und Leiter hat der Stamm eine wichtige Bedeutung. Das beginnt schon vor der eigentlichen Ausbildung bei der Frage: wer soll Leiter/Leiterin werden? Die Begleitung der ersten Schritte durch den Stammesvorstand oder erfahrene Leitungskräfte ist eine wichtige Stütze für die "Neuen".
Die Leiterrunde
Auch die Leiterrunde ist ein wichtiger Ort der Ausbildung. Hier haben Leiterinnen und Leiter die Möglichkeit, viel Wissenswertes über ein breites Spektrum an Themen zu erfahren. Sie können von einander lernen und neu gewonnene Kenntnisse direkt umsetzen. Hier ist der "Lernstoff" ganz individuell auf die Bedürfnisse des eigenen Stammes zugeschnitten. Außerdem gibt es Themengebiete, die in der Leiterrunde hin und wieder angesprochen werden sollten: Dazu gehören unter anderem Grundkenntnisse zur Pfadfinderbewegung, zur DPSG und zur Pädagogik der DPSG, sowie die Soforthilfe bei Unfällen, Rechtsfragen, Aufklärung zur Aufsichtspflicht und Grundkenntnisse in Methoden und Techniken.
Der Bezirk
In vielen Diözesen finden weite Teile der Modulausbildung in den Bezirken statt. Hier werden Grundlagen zur Leitungstätigkeit vermittelt - vom Blick auf die eigene Person, die eigenen Fähig- und Fertigkeiten über die Gruppe und die Kinder und Jugendlichen bis hin zu verschiedenen Sachthemen (vgl. Gesamtverbandliches Ausbildungskonzept).
Die Diözese
Auch Diözesen bieten Teile der Modulausbildung oder gar des Einstiegs an. Auf sie kommt ab 2006 vor allem der "neue" Woodbadgekurs zu, der derzeit in der Konzeptionierung ist.
Daneben wird die Ausbildung der Ausbildenden im Modulbereich eine der wichtigen Aufgaben der Diözesanverbände sein.
Woodbageausbildung in der Diözese
Bis 2006 werden in den Diözesen zum Teil noch die "alten" Woodbadge-Kurse Teil 1 angeboten. Im Vordergrund dieses Kurses steht die Umsetzung eines Projektes auf der Grundlage der Interessen der Teilnehmer. Damit werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen sollen Kompetenzerweiterung und Identitätsentwicklung über praktische Erfahrungen ermöglicht werden. Zum anderen erfahren die Leitungskräfte, unter welchen Bedingungen sich ein gemeinsames Handeln entwickelt und gelingen kann. Im Woodbadgekurs wird zur Umsetzung von Ideen die Projektmethode angewendet, so dass diese wichtige Methode gemeinsam mit der Kursgruppe selbst ausprobieren werden kann.
Folgende "Kompetenzen" können im Woodbadge-Kurs gelernt werden:
- Gruppenentwicklungsphasen kennen
- Rollen und Positionen in Gruppen erkennen können
- Reflexion leiten können und Reflexionsmethoden kennen
- Bedingungen von Entscheidungsfindungen kennen
- Feedback als Methode anwenden können
- Gesprächsfähigkeiten entwickeln - frei vor Gruppen sprechen und zuhören können
- Moderation
- kreatives Potential entdecken und weiterentwickeln
- lernen, die Projektmethode situationsgerecht und bedürfnisorientiert anzuwenden
- mit den pfadfinderischen Strukturen umgehen können.
Woodbadgeausbildung auf Bundesebene
Auf Bundesebene wird bis 2007 noch stufenbezogen der "alte" Woodbadge-Kurs Teil 2 angeboten. Hauptakzent des Kurses ist die Identitätsbildung der Leiterinnen und Leiter.
Unter Identitätsbildung verstehen wir:
- Selbst- und Fremdwahrnehmung schulen (sensibel werden für sich und andere)
- lernen, eigene Fähigkeiten besser beurteilen zu können
- Fähigkeit zur Selbstreflexion lernen und eigene biographische Entwicklungen erkennen
- lernen, positive und negative Kritik anzunehmen und auszusprechen
- Bewusstmachung pfadfinderischer Werte
- kritisches Erkennen von Einflüssen der Gesellschaft und des verbandlichen Umfelds